Angedacht: Pool Kredite – Kredite 2.0 – “Social Geldverleih”.
Seit einigen Jahren existieren nun sogenannte Peer-2-Peer Kredite, bei denen direkt von Person zu Person Geld verliehen werden kann. Für Konsumenten und Kleinbetriebe gibt es zum Beispiel Smava. Für 3. Weltländer gibt es Kiva oder MyC4 auch etablierte Banken und Fondsgesellschaften bieten mittlerweile entsprechende Produkte an.
P2P Kredite haben meist eine langfristige bzw. mittelfristige Laufzeit. Kann man über Pools eine Lösung für kurzfristige und Überbrückungskredite schaffen?
Kann man die Prinzipien des Social Webs auf die Finanzwelt und besonders Kredite übertragen?
Besteht ein Bedarf daran, oder ist das Angebot uninteressant für Kleinbetriebe und Selbständige?
Existieren bereits solche Angebote?
Alle folgend genannten Zahlen dienen lediglich der Verdeutlichung der Idee.
Pool Kredite
Jedes interessierte Unternehmen/Freiberufler kann in den Pool einzahlen. Die Einzahlung stellt das Stammkapital da, die das Unternehmen am Pool erhält. Auf Basis des Stammkapitals kann im Bedarfsfall mit einem individuellen Beleihungsauslauf Geld geliehen werden (Beispiel: Beleihungsauslauf von 300% – ergibt bei einem Stammkapital von 1000€ einen maximal möglichen Kredit in Höhe von 3000€). Die Kredite selbst haben keine feste Laufzeit, werden aber tagesgenau verzinst.
Jedes Mitglied des Pools erhält ein eigenes Profil. In diesem Profil werden Beschreibung des Unternehmens, eventuell des Marktes und Kennzahlen veröffentlicht. Jedes Mitglied erhält für jeden Euro Stammkaptial einen Bewertungspunkt. Diese Bewertungspunkte kann (und muss?) über andere Unternehmen/Profile verteilt werden.
Ein Profil kann maximal Bewertungspunkte in Höhe seines eigenen Stammkapitals bekommen.
Der Beleihungsauslauf ist abhängig von den Punkten, die ein Kreditnehmer erhalten hat (Beispiel: Hat der Kreditnehmer Bewertungspunkte in höhe seines Stammkapitals erhalten, so hat er einen Beleihungsauslauf von 200%). Es existiert ein unterschiedlicher Zinssatz für Soll und Haben.
Der Sollzins ist abhängig von der Ausschöpfung des eigenen Beleihungsauslaufs und wird von einem Basiszins berechnet (Beispiel: Beleihungsauslauf ist zu 50% ausgeschöpft, so fällt der volle Basiszins an. Beleihungsauslauf ist zu 100% ausgeschöpft so fällt der doppelte Basiszins an. Der Zins kann nie unter den Habenszins+x gehen (Spread?).).
Der Habenzins berechnet sich aus dem Basiszins abzüglich der selbst erhaltenen Bewertungspunkte (Beispiel: hat man Bewertungspunkte in Höhe von 100% seines Stammkapitals erhalten, so ist der Habenzins in Höhe des Basiszins-x (Spread?).
Die Berechnung des Basiszins wird tagesaktuell auf Basis des gesamten Beleihungsauslaufs des Pools berechnet.
Der Pool besteht jeweils aus allen Unternehmen, denen man selbst Bewertungspunkte gegeben hat.
Für das eingezahlte Stammkapital kann gewählt werden, ob es bei Tilgung weiter investiert werden kann – oder eine Auszahlung erfolgt. Das Gleiche gilt für erhaltene Zinsen.
Probleme
Ein hoher Beleihungsauslauf eines Pools kann zu einer Handlungsunfähigkeit von Teilbereichen des Systems führen. Wie kann dies umgangen werden?
Die Risikominimierung beruht auf die Bewertungspunkte. Müssen klassische Scoringverfahren einbezogen werden.
Wie kann die Historie eines Unternehmens berücksichtigt werden – ohne die Einstiegshöhe für neue Unternehmen zu schwer zu machen?
Dürfen “nur Kreditnehmer” und “nur Kreditgeber” existieren?
Wie können “Wucherzinsen” verhindert werden?
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